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Heilmann

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Merk- und denkwürdige Impulse jeglicher Herkunft ohne Schere im Kopf

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Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person
Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch
Bereits gelesen: 9 %
Barfuß durch Mauretanien: Zwei wagemutige Abenteurerinnen durchqueren die Wüste
Odette Du Puigaudeau, Ilse Rothfuss
Bereits gelesen: 185/304 pages
"Schon heute ist jeder Föderalist mit Genugtuung davon überzeugt, daß der Gedanke eines Krieges zwischen den beiden großen Zweigen der Rasse auf beiden Seiten des atlantischen Ozeans lächerlich erscheinen müßte. Man kann daher sagen, daß ein Krieg zwischen Mitgliedern unserer Rasse bereits aus der Welt gebannt ist, denn englischsprechende Männer werden nie wieder aufgerufen werden, einander zu vernichten."
Das Evangelium Des Reichtums: Und Andere Zeit Und Streitfragen (1905) - Paul Leonhard Heubner, Andrew Carnegie

90%

"Den patriotischen, gleichgestimmten und weitblickenden Männern dieser Ligen möchte ich kurz die Gedanken zur Erwägung anheim geben, die mir das Studium der Frage und der Wunsch, unserer Rasse die Einheit und dadurch zum Besten aller die Herrschaft über die Welt zu sichern, nahe gelegt haben.
Erstens. Das große Ziel der Bündnisfreunde sollte darin bestehen, die Massen aller englischsprechenden Länder zusammenzubringen und das Gefühl in ihnen zu nähren, daß sie alle in Wirklichkeit Glieder derselben ungeteilten Rasse sind und deren Triumphe teilen, daß alle englischsprechenden Männer Brüder sind, die an ihrem Wohlergehen gegenseitig Freude haben und auf ihre Errungenschaften gegenseitig stolz sein sollten. Ober die kleinen Fehler oder Mängel der andern Glieder sollte hinweggesehen werden und jeder sollte die beste Seite des anderen hervorkehren, denn bei Gliedern derselben Rasse fällt das, was dem einen zur Unehre gereicht, notwendig auf die ganze Familie zurück. Die unmögliche Reichsverbündungs- und Reichshandelsliga sollte der Rassenverbündung das Feld räumen, die um alle ein gemeinsames Band schlingt und bei der der einzige Prüftstein ist

Ob Shakespeares Zunge dort erschallt Und Bums' Sang durch die Lüfte hallt

Die Verfolgung dieser Politik während unserer Generation wird viel dazu beitragen, zu einer wahren Verbündung der Rasse den Grund zu legen, soweit ein Zusammenschluss souveräner Mächte überliaupt möglich ist; und zu ergründen, inwieweit er möglich ist, ist Sache der kommenden Geschlechter, nicht des unsrigen. Daß er in gewissem Grade möglich ist, sehen wir schon heute. Dinge, die jetzt als unmögliche Träume erscheinen, können sich als leicht erreichbar erweisen, wenn man sie nur ernst ins Auge faßt und auf sie hinarbeitet und niedrige Absichten ausschließt. Selbst das «Parlament der Menschheit" ist dem Erforscher der Entwickelung, der den unbegrenzten Fortschritt des Menschen zu solcher Brüderschaft erblickt, eine bloße Frage der Zeit."
Das Evangelium Des Reichtums: Und Andere Zeit Und Streitfragen (1905) - Paul Leonhard Heubner, Andrew Carnegie

88%

"Erziehende Erwachsene leben möglichst häufig dasjenige gefühlsmäßige Verhalten im Umgang mit sich selbst, mit ihren Kindern und im Umgang mit anderen Menschen oder Gegenständen oder Ereignissen, das sie bei ihren Kindern und den späteren Erwachsenen als wertvoll wünschen. Wenn Erwachsene bei ihren Kindern jetzt und später Achtung, Wärme, Anteilnahme, einfühlendes Verstehen, Echtheit sowie Offenheit gegenüber ihrem eigenen Erleben wünschen, so ist eine der besten Bedingungen der Förderung dieser Vorgänge, daß sie diese selbst leben und von Kindern hierbei wahrgenommen werden. Nehmen dagegen Kinder und Jugendliche häufig bei Erwachsenen Mißachtung, Kälte, Härte, Verständnislosigkeit, Fassadenhaftigkeit und geringe Offenheit gegenüber ihrem eigenen Erleben wahr, so werden sie diese gefühlsmäßigen Vorgänge vermehrt lernen. Erziehende Erwachsene bemühen sich durch entsprechende Aktionen um gefühlsmäßig angemessenes Verhalten von Personen in Fernsehen, Filmen, auf Werbeplakaten. Heute nehmen Kinder und Jugendliche in diesen Medien häufig Profitstreben, Prestigedenken, Luxus u.ä. wahr. In Zeitschriften oder auf Plakaten wird für Nikotin-und Alkoholgebrauch geworben. Mit einem hohen Aufwand werden hier Millionen von Menschen zu einem gefühlsmäßig unangemessenen Verhalten beeinflußt. Wir sollten dies nicht schweigend hinnehmen."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 2; 9%

"Tiefer aber als diese Ursachen der Erregung liegt im Innersten des nationalen Herzens der Republik eine starke, unvertilgbare Schicht natürlicher Achtung, Bewunderung und Zuneigung für die alte Heimat. Auf dem Grunde findet sich immer der Stolz der Rasse — in ruhigen Zeiten zwar versteckt, in großen Augenblicken aber, wenn ihn wichtige, die Sicherheit der alten Heimat und die ganze Rasse treffende Angelegenheiten aufrühren, tritt er mit großer Entschiedenheit zu Tage. Das stärkste Gefühl im Menschen, der wirkliche Beweggrund, der in der Krisis sein Handeln in internationalen Dingen bestimmt, wurzelt in der Rasse. Aus ihr hervor wächst die Einheit der Sprache, der Religion, der Literatur und der Gesetzgebung, die die Menschen in Zeiten der Not den Angehörigen anderer Rassen gegenüber verbündet und verbrüdert Dieses Rassegefühl geht tiefer und reicht höher hinauf als Fragen von bloßem pekuniärem Belang oder materiellem Interesse. Der neueste Beweis, daß dieser Rassenstolz in Amerika in starkem Maße herrscht, wurde gerade im Höhepunkt des venezolanischen Streites geliefert, als man argwöhnte, Deutschlands Haltung zu Transvaal verberge eine Verbindung europäischer Mächte, die Britannien demütigen und verderben und aus unserm Familienzwiste Vorteil ziehen wolle, um den Besitz des einzigen anderen Gliedes unserer Rasse aufzuteilen. Als die kleine mutige Insel die Herausforderung annahm und sich ohne einen Augenblick zu zögern bereitete, der Welt in Waffen entgegenzutreten, brach das amerikanische Festland von Maine bis Kalifornien sozusagen in einen einzigen wilden Jubelschrei aus — einen Jubelschrei, der mehr bedeutete, als prosaische Leute glauben werden und mehr vielleicht, als sich selbst der Amerikaner bewußt war, der von dem unwiderstehlichen Ausbruch fortgerissen wurde; ebensowenig kann jemand sagen, wie weit ihn dieser unaufhaltsame Anstoß führen würde, wenn er einmal in vollen Schwung käme. Der Senator Wolcott sprach im Senat nur aus, was die Millionen draußen fühlten; der Amerikaner sagte sich eben im Durchschnitt: „Es ist dies unsere eigene Rasse; es ist das, was wir tun; es geschieht, wie wir es tun. Natürlich haben wir mit unserem Mutteriande selber manche Meinungsverschiedenheiten, und wir würden auch ihm nicht gestatten, auf unserem Festland die Kriegsfackel zu entzünden, vielmehr muß es alle Fragen inbetreff hiesiger Gebiete durch Schiedsspruch entscheiden lassen — doch ist das eine kleine Familienangelegenheit zwischen uns beiden. Es ist damit nicht gesagt, daß sich der Deutsche, der Russe, der Franzose oder irgend welche anderen Ausländer zusammentim dürfen.um unsere Rasse, ohne uns mitzuzählen, anzugreifen und zu vernichten. Nein, bester Herr!"
Wohl keine Vereinigung anderer Rassen wird den wahren Wert und die Stärke dieses in unserer Rasse vorhandenen Gefühls zum kleinsten Teil ermessen, oder richtig abschätzen, wie viel dicker als Wasser sich unser Rassenblut erweisen dürfte, wenn es einmal auf die Probe gestellt würde."
Das Evangelium Des Reichtums: Und Andere Zeit Und Streitfragen (1905) - Paul Leonhard Heubner, Andrew Carnegie

76%

"Selbst wenn Erwachsene meinen sollten, Geringschätzung, Gewalt, Mißachtung, Härte oder Verständnislosigkeit seien unmittelbarer „wirksam“, sie fördern dadurch bei Jugendlichen Härte, Mißachtung und Egoismus. Erwachsene selbst sind so eine nicht versiegende Quelle des Lernens von unerwünschtem aggressivem Verhalten für Kinder und Jugendliche. [...]
Erwachsene bemühen sich um eine erhebliche Verminderung von unsozialem aggressivem Verhalten in Fernsehen, Filmen, Zeitungen, Büchern, Plakaten. Die häufige und oft ausführliche Darbietung von aggressiven und kriminellen Akten in amerikanischen und zum Teil in deutschen Filmen und im Fernsehen, aus naiver Unkenntnis der Auswirkungen, aus Profitstreben oder aus Gleichgültigkeit, fördert in starkem Maße das Wahrnehmungslernen von aggressivem, unsozialem und kriminellem Verhalten."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 2; 8%

"In der Erziehung kann prosoziales Verhalten wesentlich durch Wahrnehmungslernen gefördert werden, und zwar in folgender Weise: Erzieher und Lehrer verhalten sich gegenüber Kindern und Jugendlichen überwiegend prosozial. Leben sie die förderlichen zwischenmenschlichen Dimensionen und die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens ihnen gegenüber, dann fördern sie erheblich das prosoziale Wahrnehmungslernen der Kinder. Erzieher und Lehrer behandeln also Kinder mit Achtung-Wärme-Anteilnahme. Sie bemühen sich, die innere Welt der Kinder zu verstehen und ihnen zuzuhören. Sie sind echt und fassadenfrei. Sie gewähren den Jugendlichen weitgehend Selbstbestimmung, engen sie nicht durch Dirigismus, Kontrolle und Lenkung ein. Sie fördern die psychische und körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. So können Kinder und Jugendliche häufig prosoziales Verhalten ihrer Lehrer und Erzieher wahrnehmen und lernen. Zugleich erfahren sie unmittelbar die befriedigenden Auswirkungen eines solchen Verhaltens.

Erzieher und Lehrer behandeln dritte Personen häufig prosozial und werden dabei von den Kindern wahrgenommen. Kinder sehen etwa ihre Eltern oder Lehrer im häufigen Einsatz für andere benachteiligte beeinträchtigte Personen, für Hilfesuchende oder Kranke. Sie sehen sie bei der Tätigkeit f ü r andere Menschen, in der Ehe, in Gruppen, in Institutionen. Sie sehen sie bei der Hilfe für intellektuell, emotional oder sozial benachteiligte Kinder. Kinder nehmen dann Erwacbsene mit geringer Egozentrik, geringem Luxus, geringem Profitstreben sowie geringem Prestigeverhalten wahr. Bedeutsam sind auch die wahrnehmbaren Lebensziele der Erwachsenen: Bestehen diese in fast ausschließlicher egozentrischer Fürsorge für das eigene Wohlergehen oder bestehen diese in deutlichen prosozialen Tätigkeiten f ü r andere?

Erzieher bemühen sich, daß Kinder und Jugendliche häufig andere Personen mit prosozialem Verhalten wahrnehmen. Sie ermöglichen ihnen Kontakt mit derartigen Personen, sie ermöglichen ihnen den leichten Zugang zu entsprechenden Büchern, Filmen oder Fernsehsendungen.

Erzieher ermöglichen Jugendlichen häufig Situationen, in denen diese pro-soziales Verhalten leben können. Dies geschieht etwa durch die Ermöglichung häufiger Kleingruppenarbeit in und außerhalb der Schule, Ermöglichung der Tutortätigkeit älterer Schüler für jüngere oder für intellektuell benachteiligte Schüler.

Erzieher bemühen sich um die Bekanntmachung prosozialen Verhaltens. Denn oft ist prosoziales Verhalten von Menschen wenig auffällig. Meist wird darüber weit weniger berichtet als über unsoziales aggressives Verhalten. Von zehntausenden prosozialen Hilfeleistungen und Aktivitäten wird in Zeitungen und im Fernsehen weniger berichtet als über eine einzige Gewalttätigkeit."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap. 2; 7%

"Die Auswirkungen der Wahrnehmung sprachlicher Darstellungen des Verhaltens legt die nachfolgende Untersuchung nahe. Sie zeigt ferner die Abhängigkeit des Wahrnehmungslernens davon, ob das wahrgenommene prosoziale Verhalten einer Person erfolgreich oder erfolglos ist. Kinder hörten ein Radioprogramm über die Verhinderung von Meutereien in einer Weltraumrakete durch einen Leiter. Eine Gruppe hörte eine Version, in welcher der gruppenorientierte sozialintegrative Leiter erfolgreich war und der autoritäre Führer erfolglos. Andere Kinder hörten die entgegengesetzte Version: Der gruppenorientierte sozialintegrative Leiter versagte und der autoritäre machtorientierte Leiter meisterte das Problem. Bei der Befragung bevorzugten Kinder jeweils den erfolgreichen Leiter. Sie begründeten dies mit seinen Charaktereigenschaften. Kooperativ-sozialintegratives oder autoritär-machtorientiertes Verhalten wurde als erstrebenswert und positiv angegeben, wenn sie einen Führer mit derartigen Eigenschaften als erfolgreich wahrgenommen hatten"
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 2; 6%

"Unter Wahrnehmungslernen ist kein bewußtes Nachahmen zu verstehen, auch kein sog. Reflektieren über das wahrgenommene Verhalten. Es ist kein bewußtes willentliches Anstreben eines Vorbildes oder das Kopieren einer Rolle. Deshalb ist der Begriff Wahrnehmungslernen angemessener als die Begriffe Imitationslernen, Identifikationslernen, Nachahmungslernen."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap. 2; 6%

"Die Art des gegenwärtigen und zukünftigen Erlebens und Verhaltens von Kindern und Jugendlichen wird dadurch beeinflußt, was sie bei anderen Personen wahrnehmen. Für Erzieher folgt daraus: Wenn sie sich selbst sowie andere Personen der Umwelt so verhalten, wie sie dies bei Kindern und Jugendlichen anstreben, dann können sie bedeutsam das persönliche und fachliche Lernen von Kindern und Jugendlichen fördern.

Allgemeine Charakterisierung. Das Erleben und Verhalten von Personen wird bedeutsam beeinflußt und ändert sich dadurch, daß sie das Verhalten anderer Personen wahrnehmen. Hierdurch wird ihr Erleben und Verhalten dem wahrgenommenen Verhalten anderer Personen teilweise ähnlicher. Die Art, wie Menschen sich sozial, gefühlsmäßig und intellektuell verhalten sowie die Art ihres Erlebens ist wesentlich beeinflußt durch das Wahrnehmungslernen. Sie nahmen vorher bei anderen Personen deren Erleben und Verhalten wahr oder stellten sich dieses anhand sprachlicher Beschreibungen in Lesestücken, Büchern oder Gesprächen vor.

Für die Erziehung und Unterrichtung ist bedeutsam: D Kinder und Jugendliche werden deutlich durch das Verhalten beeinflußt, das sie bei ihren Mitmenschen, insbesondere bei ihren Erziehern wahrnehmen. Sie tendieren aufgrund des Wahrnehmungslernens dazu, sich ähnlich wie ihre Erzieher zu verhalten, D Wenn Erwachsene bei Kindern und Jugendlichen die bedeutsamen seelischen Grundvorgänge und die Grundwerte zwischenmenschlichen Zusammenlebens fördern wollen, so ist hierzu der sicherste Weg: Erzieher selbst leben dieses Verhalten. Kinder-Jugendliche können es dann bei den Erwachsenen wahrnehmen und lernen es hierdurch. Allerdings entspricht derzeit das von den Erziehern gelebte Verhalten häufig nicht denjenigen Grundwerten menschlichen Zusammenlebens, die sie bei ihren Kindern und Jugendlichen fördern möchten."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 2; 6%

"Erziehung ist ein gegenseitig befriedigendes, das bedeutsame Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung förderndes Zusammenleben von Menschen. Personen mit vielfältigen Erfahrungen, gewissen Fähigkeiten, mit Zeit und Interesse sind bemüht, durch ihre eigene Person jüngere oder andere Personen zu fördern und ihnen zu helfen, zu lernen und sich fortzuentwickeln. Und zwar in Richtung der psychosozialen Lebenswerte und in Richtung wesentlicher psychischer Grund:orgänge. Den konkret gelebten zwischenmenschlichen Beziehungen kommt hierbei eine hohe Bedeutung zu. Sie sind zu einem wesentlichen Teil Erziehung.


Bei dieser Charakterisierung tritt der Begriff „Erziehung“ weitgehend in den Hintergrund oder kann ganz fortfallen zugunsten des Aspektes eines gegenseitig befriedigenden humanen Zusammenlebens und der Förderung von Personen. Es ist also eine helfende, erleichternde und fördernde Beziehung von Erwachsenen zu Jugendlichen. Und möglichst auch umgekehrt: Je offener, gleichwertiger, echter und gegenseitig verstehend sowohl Erwachsene als auch Jugendliche sind, um so mehr wird auch die Persönlichkeit von Erziehern und Lehrern durch ihr Zusammensein mit Jugendlichen gefördert."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 1; 5%

"Unsere Wertauffassungen gründen sich wesentlich auf die Ethik der sozialen Reversibilität, der sozialen Umkehrbarkeit: Ein befriedigendes Zusammenleben von Menschen ist häufig dann gegeben, wenn jede Person so gegenüber anderen Personen handelt, als wäre sie die andere Person, die von ihrem Verhalten betroffen wird."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap. 1; 5%

"Die folgenden 4 psychosozialen Grundwerte menschlichen Zusammenlebens sehen wir als bedeutsamer an als hohe Erziehungsziele und ideale Persönlichkeitsmerkmale: Selbstbestimmung einer Person Achtung der Person Förderung der seelischen und körperlichen Funktionsfähigkeit einer Person Soziale Ordnung. Diese 4 Grundwerte charakterisieren deutlich und überschaubar die allgemeinen psychosozialen Qualitäten menschlichen Zusammenlebens. Ferner: Sie sind fortlaufend konkret lebbar, von anderen wahrnehmbar und unmittelbar gefühlsmäßig erfahrbar. Sie schließen, wenn sie gelebt werden, inhumanes Verhalten weitgehend aus. Diese 4 Grundwerte sehen wir als Werte des Zusammenlebens in der Erziehung und Unterrichtung an. Sie beeinflußten unsere Fragestellungen und Forschungen.


In fast jeder Situation der Erziehung und Unterrichtung kann festgestellt werden, inwieweit Erwachsene gegenüber Jugendlichen entsprechend diesen Grundwerten handeln. Erwachsene haben keine Ausrede mehr, daß sie inhuman, dirigistisch und mißachtend sein müßten, um hochwertige, ferne Erziehungsziele zu erreichen. Ferner wird der Begriff Erziehung“ weitgehend entbehrlich. An seine Stelle treten die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens. Diese Grundwerte sind ebenfalls gültig in anderen zwischenmenschlichen Bereichen, so zwischen Ehepartnern, zwischen Personen in Betrieben oder zwischen Freunden. Das Zusammenleben von Erwachsenen mit Jugendlichen ist so nicht mehr wesentlich unterschiedlich von den Grundwerten des Zusammenlebens anderer Erwachsener. Diese Grundwerte verhindern, daß Erziehungsziele und Werte anderen mit Gewalt aufgezwungen werden. Und letztlich: Wenn Jugendliche durch das Verhalten ihrer Erzieher fast fortlaufend über l½ Jahrzehnte diese Grundwerte erfahren und wahrnehmen, so werden sie ihrerseits später in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen diese Grundwerte in größerem Ausmaß leben und anderen ermöglichen.


Wichtig ist folgendes: Für ein befriedigendes Zusammenleben von Menschen ist das gleichzeitige und fortlaufende Vorhandensein der 4 psychosozialen Grundwerte entscheidend. Das Zusammenleben wird beeinträchtigt, wenn Personen Partnern nur ein oder zwei Grundwerte gewähren oder für sich in Anspruch nehmen, andere aber vernachlässigen. Wenn also z. B. Erwachsene den Jugendlichen Selbstbestimmung gewähren, aber bei ihnen nicht den Grundwert der seelischen Funktionsfähigkeit fördern. Oder wenn Jugendliche ihrerseits Selbstbestimmung für sich fordern, und dabei den Grundwert Achtung der Person bei anderen verletzen oder keine sozialen Ordnungen respektieren oder sich nicht um die Förderung ihrer eigenen Leistungsfähigkeit bemühen."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 1; 3%

"Rogers (1951, S. 387):
Eine Person strebt intelligent und selbständig die Ziele an, die ihrer persönlichen Befriedigung dienen, aber den Interessen der Gemeinschaft nicht zuwiderlaufen, sondern diese häufig fördern.

Eine Person übernimmt die Verantwortung für die eigenen Handlungen.

Eine Person handelt sozial reversibel gegenüber anderen. Sie handelt so, als ob sie selbst der andere wäre, der von ihren Handlungen und Maßnahmen betroffen wird.

Eine Person arbeitet mit anderen Menschen kooperativ und effektiv in der Bewältigung von Problemen zusammen, nicht in erster Linie um den Beifall und die Anerkennung anderer zu erlangen, sondern aufgrund der eigenen sozial akzeptierbaren Motive und Ziele.

Das Erleben und Verhalten einer Person ermöglicht anderen Personen häufig ein angemessen prosoziales, gefühlsmäßiges und intellektuelles Wahrnehmungslernen.

Eine Person nimmt die wesentlichen Beeinträchtigungen des eigenen Lebens und des Lebens anderer wahr sowie die verursachenden Bedingungen (verursacht durch sie selbst, durch andere Personen, durch Institutionen oder durch äußere Sachverhalte). Sie schafft gerechtere, befriedigendere Bedingungen für andere und für sich selbst.

Eine Person erwirbt Kenntnisse, die für die Lösung der im menschlichen Leben auftretenden Probleme relevant sind.

Bei den Problembewältigungen einer Person wird die Vielzahl ihrer vorhandenen Erfahrungen frei und schöpferisch wirksam.

Eine Person verzichtet beim Anstreben der eigenen Ziele und der Ziele der eigenen Gruppe auf psychische und physische Gewalt sowie auf Manipulation.

Eine Person kann in kritischer Weise lernen und zu den Beiträgen anderer Personen in angemessener Weise Stellung nehmen.

Eine Person kann ihre eigenen Erfahrungen, andere einfach verständlichen Form mitteilen.

Eine Person kann sich flexibel und intelligent auf neue Situationen und Probleme einstellen.

Eine Person plant das eigene Leben unter dem Gesichtspunkt der Vergänglichkeit durch den Tod."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 1; 3%

"Manche Erzieher rechtfertigen ihr inhumanes oder beeinträchtigendes Verhalten mit der Aussage, daß sie hohe Erziehungsziele zu erreichen suchen. Auch in der Geschichte haben hohe Ideale, vertreten durch rigide und dogmatische Personen, häufig zu großem Unglück und seelischer Beeinträchtigung vieler Menschen geführt. Hohe Ideale waren des öfteren ein Grund, Menschen zu Tausenden zu töten."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap 1; 3%

"Besonders irritierend war für uns, daß die Art des Verhaltens von Lehrern und Erziehern oft so erheblich unterschiedlich war von dem Verhalten, das sie als wünschenswert angaben und das sie anstrebten. [...]
Wir erfuhren, daß bestimmte Qualitäten in der Person von Erziehern und Lehrern die entscheidend förderlichen Bedingungen für die konstruktive Persönlichkeitsentwicklung und das bedeutsame Lernen von Kindern und Jugendlichen sind."
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch

Kap. 1; 1%

"Der Vollmond stieg in Herrlichkeit über der Stadt auf, und alle Hunde der Stadt begannen, den Mond anzubellen.
Einzig ein Hund bellte nicht, und er sprach zu den anderen mit tief ernster Stimme: »Weckt nicht die Stille aus ihrem Schlafe, noch bringet den Mond auf die Erde mit eurem Gebell!«
Da hielten alle Hunde in ihrem Bellen inne und verharrten in ehrfürchtiger Stille. Doch der Hund, der zu ihnen gesprochen hatte, hörte den ganzen Rest der Nacht nicht auf, um Stille zu bellen."
Der Wanderer. Seine Gleichnisse und Erzählungen - Kahlil Gibran

Der Vollmond; 62%